In der Nacht wurde es empfindlich kalt. Die Temperaturen sind auf 7 Grad gefallen und irgendwann blies ein starker Wind. Ich habe mich tief in meinen Schlafsack eingemummelt.
Am Morgen war alles leicht feucht, was die Kühle noch unterstrich. Bis ich alles wieder verpackt und meine Morgentoilette gemacht habe, vergeht eine Dreiviertelstunde und es ist nun wieder hell. Hier gibt es nur noch elf Stunden volles Tageslicht. Die muss ich ausnutzen, zumindest wenn ich campe ist das wichtig. Heute Abend werde ich mir eine Unterkunft suchen, allein um alles trocknen zu können.
Lago di Piediluco
Ich steige aus dem Wald weiter ab in ein für mich namenloses Tal und pilgere anschließend steil hoch nach Labro. Labro drohnt hoch oben am Berg. Der Ort wirkt auf mich völlig verlassen und wie ein Museum. Es werden Immobilien zum Verkauf angeboten und es gibt Möglichkeiten zu Übernachten. Alle Gebäude sehen aus, als wären sie gerade eben restauriert worden. Trotzdem ist alles tot und wie ein Schaukasten. In der Kirche von Labro treffe ich auf einen „wirklichen“ Pilger aus Österreich. Er hat einen handgeschnitzten Pilgerstab mit Blütenbesatz. Er ist bereits mehr als drei Wochen seit Florenz unterwegs und will nach Rom. Er erzählt mit, dass er von Kloster zu Kloster pilgert und manchmal in einem Kloster auch mehrere Tage verbracht hat. Der geht den Weg definitiv anders als ich. Für den scheint tatsächlich der Weg das Ziel zu sein. Mir ist zwar der Weg auch wichtig, ich möchte allerdings auch ein Ziel und das bitte in einer angemessenen Zeit erreichen. So viel Spiritualität, wie er aufzubringen scheint, fehlt mir völlig. Ich finde tatsächlich interessant, dass es scheinbar relativ einfach ist, in den Klöstern eine Unterkunft zu bekommen. Das muss ich auch mal ausprobieren bei nächster Gelegenheit.

Landschaftlich ist der Weg sensationell
Heute ist Dienstag und hier in der Gegend haben sich wohl alle Barbesitzer abgestimmt, ihre Bars geschlossen zu halten. Ich brauche über fünfzehn Kilometer bis ich zur ersten offenen Bar komme. Hätte ich nicht schon früh in einem Alimentari ein Panini machen lassen, würde ich nicht nur nach Kaffee sondern auch nach Kalorien lechzen.
Nach eben diesen fünfzehn Kilometern erreiche ich den wunderschön gelegenen Lago di Piediluco, der vom Velino, der auch durch Rieti fließt, gespeist wird. Danach muss ich einen Gebirgszug überqueren, der mich in das langgezogene Neratal führt. Die Nera ist der größte Nebenfluss des Tibers.

Zwei Befestigung auf beiden Seiten des Neratals
Einige der Ort im Neratal sind mittelalterlich geprägt. Da ich in hinreichend vielen dieser Orte war, durchlaufe ich sie nur noch und verzichte auf eine intensive Besichtigung auch wenn einige sehr interessant angelegt sind. In einem ebenfalls mittelalterlichen und sehr kleinen Ort, übernachte ich in einem Gasthof. Das Zimmer ist sehr einfach und ausgesprochen kostengünstig. Das Restaurant ist eine Überraschung, es gibt eine wirklich hochwertige Küche, die sich mit sehr feinen Restaurants messen lassen kann.
Die Chefin scheint mit ihren Aufgaben völlig überfordert zu sein. Sie agiert mit ihren beiden Söhnen und ihrer Schwiegermutter äußerst aggressiv. Sie ist andererseits eine absolut liebenswerte Gastgeberin. Sehr aufmerksam und immer äußerst freundlich. In ihrem Gesicht ist die Anspannung aber tief eingegraben. Dabei sind die beiden Jungs echt nett, sie zeigen mir die Bilder, die sie gerade gemalt haben, und die Schwiegermutter versucht sich zu ihrem Unmut einwenig einzubringen, als sie mir als ich ins Restaurant komme gleichmal einen Tisch zuweist und einem Gespräch mit mir versucht. Die Nonna ist vermutlich in meinem Alter, braucht einen Gehstock und hat dünne Haare, die sie vermutlich älter aussehen lässt, als sie ist.
Mir ist mein Alter durchaus bewusst, auch dass ich natürlich der Nonno bin und damit habe ich keinerlei Problem. Was mich beim Anblick dieser Dame nur „unruhig“ macht ist die Tatsache, dass ich ziellos in schwarz gekleidet zu Hause auf dem Sofa sitzen könnte möglicherweise mit einem Zigarrenstummel im Mundwinkel wartend dass mich der Tod abholt. Ich möchte allerdings zumindest noch zum Nordkap wandern und die Welt umsegeln. Danach setze ich mich – vielleicht – aufs Sofa und warte darauf, dass die Enkel vorbeikommen und den alten Opa besuchen, der dann Seemannsgarn spinnend von seinen Heldentaten und den tollen früheren Zeiten erzählt.
So jetzt muss ich ins Bett, damit ich Morgen ein kleines Stückchen des Weges zum Nordkap bewältigen kann.



Das muss ich hin









Sommerpalast
Original der Via Appia
Modernisierter Teil der Via Appia

Petersplatz mit Petersdom


Hier oben habe ich übernachtet 



Traumhaft schöne Landschaft
Blick von Monte San Biagio Richtung Meer
Tunnel in Monte San Biagio
Madonnenfigur oben auf dem Berg: Ich bin sicher hoch und wieder runter gekommen: sie hilft!
Sonnino klebt am Berg
Die Wohngebäude mit Gästehaus des Klosters

































































































So schön der Regenbogen auch ist, mir wäre trockenes Wetter lieber
Consenza ein Stadt am Fluus, eingekesselt zwischen zwei Gebirgszügen
Consenza, eine moderne Stadt nicht nur wegen der Brücke, die so gar nicht zum restlichen Stadtbild passen will
alles da: Skilift, Lifthäuschen, Pistenraupe
Einer der vielen Wasserläufe, den wir folgen
Dieser Ast war sein Liebling heute und hat ihn mehr als einen Kilometer getragen
Der Herbst zaubert nicht nu bunte Blätter an die Bäume, er bringt auch immer wieder Regen
Ein Blick aus dem Fenster meines Zimmer
Darin fühlt sich Pedro wohl
Ist das ein Gesicht in den Felsen?
Lago Arvo: der dritte und größte Stausee in drei Tagen
Ideales Wetter für Pilze: heute hätte ich für eine Großfamilie Steinpilze sammeln können
Pedro bevorzugt während einer Pause den Schatten, obwohl mir sogar in der Sonne kalt ist
Den Teich müssen wir weiträumig umgehen
Aufmerksam werden wir beobachtet
Was für Hörner
Lago Ampollino


Tr
An allen Tische das gleiche Bild: Das Smartphone ist der Nabel der Welt,; er schaut ins Lokal, sie an die Wands
Anders als in Heidelberg hat die private Investition in ein astronomisches Observatorium nicht zu Weltruhm geführt
Klettern im Nebel bei stürmischem Wind
Erster Blick auf die Sila
Jahrhunderte alte Olivenbäume: sind sie nicht eine Schönheit?
Endlich sehe ich, wie die Bäume zur Ernte „geschüttelt“ werden
Bei Nacht sieht das Dorf, in dem wir übernachten, richtig schön aus
Olivenhain und das Sila Gebirge im Hintergrund
Die Netze sind ausgelegt, mit der Ernte kann begonnen werden
Erfolgreich: die Oliven sind im Netz
Ein erfolgreicher Pilzesammler mit Deutsch Kenntnissen
Kartäuser Kloster gegründet von einem Deutschen vor ca. 1.000 Jahren

Sieht so ärmlich aus?
Immer noch im Wald
Auch in Kalabrien stellen Imker überall ihre Bienenstöcke auf die Wiese
Hier versuche ich, Hundefutter zu erwerben
Pedro soll nicht darben
Der Wald ist lichtdurchflutet mit herbstlichen Antlitz 
Die Landschaft ist herrlich: mir ist‘s mittlerweile zu viel Landschaft
Sehr remote liegt das Kloster: es gibt nur noch den Abt
Pedro in seinem Element: trinken und baden
Esel und auch andere Haustiere laufen mitten im Dorf frei herum


Die Sonne scheint durch den herbstlicher Wald am späten Nachmittag































