Tag 12: 14.10.2022

In Montemaggiore starte ich schon um 07:45 Uhr, da ich heute einen längeren Weg plane zu gehen. Aber zunächst trinke ich in der Bar in der Nähe der Kirche einen Cappuccino und esse dazu zwei Croissants. Während ich esse checke ich die Wetterprognosen. Es sieht nach wie vor gut aus. 20% Regenwahrscheinlichkeit am Vormittag mit einer Niederschlagsmenge von weniger als 1 mm.

Auch wenn es nicht regnen wird und wenn nur kleinste Mengen, stelle ich mich auf schlammige Wege ein. Schnelle stelle ich fest, dass die Prognosen nicht korrekt sind. Ich habe die Stadt kaum hinter mir gelassen, schieben sich dicke, dunkle Wolken den Berg hoch. Sie schaffen es nicht über den Berg. Infolge dessen fängt es heftig zu regnen an. Ich ziehe schnell meine Regenjacke an. Es regnet sicher durchgehend zwei Stunden und das recht heftig. Wie vermutet, sind die Wege aufgeweicht und ich sehe schon nach kurzer Zeit genauso dreckig aus wie gestern.

Auf einer abfallenden geteerten Straße läuft so viel Wasser runter, dass meine Schuhe schnell wieder sauber werden. Dann muss ich wieder in den Matsch und durch Bäche, die wegen des Regens zu Flüssen geworden sind. Mal wieder bin ich nass von Kopf bis Fuß.

Am späten Vormittag kommt endlich die Sonne raus. Ich ziehe die Regenjacke aus und beginne schnell trocken zu werden. Ich hoffe, das bleibt jetzt so, da nach der Wettervorhersage ab mittags das Sommerwetter zurück sein soll.

Zu früh gefreut. Der Wind treibt immer wieder Wolken über die Felder und wieder einmal sammeln sie sich vor einem Berg. Schnell ziehe ich wieder meine Regenjacke an und ich habe sie noch nicht richtig zu, geht es wolkenbruchartig los.

Ich bin gar nicht in der Lage die Schönheit der Natur richtig zu genießen. Ich bin umgeben von gewaltigen Bergen, laufe durch Olivenhainen mit uralten Olivenbäumen, die voll hängen mit ihren fetten Früchten. Hier und da färben sie sich bereits dunkel ein. Erstmals komme ich durch einen regelrechten Wald mit Zitrusfrüchten: Zitronen und Mandarinen, leider noch alle unreif. Es riecht fantastisch. Leider vergesse ich davon ein Foto zu machen, zu sehr bin ich damit beschäftigt den Duft trotz des Regens aufzusaugen.

Am Nachmittag ist dann tatsächlich Schluss mit Regen auch wenn sich immer wieder Wolken vor den mächtigen Bergen sammeln, sie regnen nicht mehr ab und so trocknet auch meine Kleidung.

Nach fast 34 Kilometern und über 1.200 Höhenmeter erreiche ich das Agrotourismo, das ich gestern gebucht hatte. Hier kann ich auch zu Abendessen. Ich hatte schon befürchtet, ich müsste heute auf meine Suppen zurückgreifen. Statt dessen bekomme ich einen üppigen Vorspeisenteller, Pasta alla Norma und zum Schluss lokale Früchte – selbstverständlich bekomme ich ein etikettenlose Flasche Rotwein.

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