Tag 4: 06.10.2022

Tough but nice day: Scopello verlasse ich um 08:00 Uhr mit einem Cappuccino und einem Croissant gefüllt mit Pistaziencreme im Bauch. Gleich geht es wieder hoch in die Berge. Heute quere ich zwei Gebirgszüge und damit habe ich mehr als 1.000 Höhenmeter und 34 Kilometer absolviert.

Die Gegend wirkt einsam und verlassen. Einige Häuser – meist zusammen gestürzt und verlassen – stehen am Weges Rand. Hier und da arbeiten Bauern auf ihren Feldern. Die Ernte ist weitgehend eingebracht und es wird derzeit gepflügt und noch öfter werden die Felder abgeflammt. Einige muss ich queren. Meine Schuhe sind ganz schwarz vom Ruß.

Ich habe das Gefühl, unabhängig wo ich gerade bin, ist im Hintergrund das Meer zu sehen.

Hin und wieder komme ich durch kleine Weiler. In einem gibt es sogar eine Bar. Das nehme ich gleich war, um meinen Flüssigkeitspegel und meinen Zuckerhaushalt mit einem Süßteilchen ordentlich aufzufrischen.

Fast am Ende meines heutigen Weges komme ich nach Segesta einer antiken Stadt gebaut von den Griechen und später von den Karthagern im 5. Jahrhundert vor Christi zerstört. Die Stadt wurde immer wieder aufgebaut und wurde noch im 12. Jahrhundert nach Christi bewährt. Die Festung steht gar auf einer Moschee. Heute sieht man im wesentlichen den Hera-Tempel, der nie fertiggestellt wurde und das Theater, das von den Griechen erbaut und von den Römern später erweitert wurde. Beide Objekte sind in einem sensationell gutem Zustand. Die restlichen Anlagen lassen der Fantasie sehr viel Spielraum.

Unweit von Segesta habe ich ein einfaches Zimmer mit einer hübschen Terrasse gebucht. Da weit und breit kein Restaurant offen hat, habe ich mir in einer nahegelegenen Käserei einen Fromaggio fresco (gesalzener und fester sizilianischer Ricotta) und einen Fromaggio duro gekauft. Nach Google Maps ist dies ein Käseladen, tatsächlich ist es eine Fabrik und die Arbeiter haben mir freundlicherweise etwas Käse verpackt und verkauft. Beim Einchecken habe ich von meiner Wirten noch offenen Rotwein, 1 Liter abgefüllt in einer Plastikwasserflasche, zwei Flaschenwasser und etwas Brot erworben – die hält mich wohl für einen Alkoholiker. Das Brot ist schon etwas älter: ich konzentriere mich auf Käse, Wein und Wasser.

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