Tag 13: 15.10.2022

Das Wichtigste zu erst: kein Regen heute. Auch wenn es immer mal wieder so aus, als würden sich Regenwolken vor den Gipfeln sammeln. Keine musste abregnen und ich bin trocken geblieben. Die Wege sind allerdings meist noch aufgeweicht, so dass ich aufpassen muss, nicht in Schlamm zu treten und auszurutschen, im Großen und Ganzen komme ich heute gut voran.

Mein Weg führt mich durch zwei Städte in den Bergen, so dass ich unterwegs etwas essen kann und Kaffee bekomme. Außerhalb solcher vereinzelter Städte ist es schon eine sehr einsame Gegend. Am Ende erreiche ich nach 33 Kilometern und 1.200 Höhenmeter mein heutiges Quartier: das sind fast identische Daten wie gestern. Es handelt sich nach eigenen Angaben nicht um ein Agritourismo, ist aber doch eine Art Bauernhof mit Hotel und Restaurantbetrieb. Der Hof liegt genauso remote wie gestern das Agritourismo auch.

Es klingt vielleicht negativ, wenn ich die Gegend als remote und einsam bezeichne, das ist nicht so gemeint. Es soll meinen Weg und die Umgebung charakterisieren. Ich wähle meine Route so, dass ich auf der einen Seite das „wirkliche“ Sizilien, und das ist zunächst einmal das Innere der Insel mit seinen Bergen und der Landwirtschaft und nicht nur die Städte an der Küste mit ihren Stränden sehe und auf der anderen Seite so, dass ich möglichst ein Zimmer und ein Abendessen bekomme.

Auf den Bildern sieht man die Weite der Insel. In den Bergen gibt es nur wenige Bäume: meist Oliven- und Kastanienbäume. Gestern bin ich noch an Zitrusbäumen vorbei gekommen, für die dürfte es hier oben zu kalt sein. Wälder, wie im Westen der Insel, gibt es in der Mitte der Insel oder zumindest auf meinem Weg nicht.


Auf mich hat die Gegend einen Almen Charakter: Wiesen mit Kühen, Schaafen und Pferden. Gelegentlich hat auch mal ein Hof Hühner, die ausgezehrt aussehen. Die Kühe sind entweder weiß oder fast schwarz, die ein zotteliges Fell haben. Die Schaafe sind scheu, sie rennen panisch davon, komme ich auch nur ein wenig näher.

Vor dem Abendessen plane ich meine nächsten drei Tage, da ich einen längeren Gebirgszug ohne Orte durchqueren muss. Um Zelten zu vermeiden, weiche ich morgen etwas nach Süden aus. Danach geht es in die Mitte des Gebirges. Ergebnis: weitere drei Tage muss ich jeden Tag deutlich mehr als 30 Kilometer und 1.000 Höhenmeter machen. Ich fühle mich fit genug, das zu schaffen.

Das Wetter scheint, in den kommenden Tagen zu halten. Es hat deutlich abgekühlt gegenüber der ersten Woche. Heute wurde es nicht wärmer als 16 Grad. Es kühlt in der Nacht allerdings auch kaum ab. Damit ist es derzeit in Südtirol 1.200 Kilometer weiter nördlich wärmer als auf Sizilien. Das hatte ich doch etwas anders erhofft.

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