Tag 2: 04.10.2022

Wie einige Inseln vor Trapani schauen auch auf dem Festland einige Berge hunderte Meter aus dem sonst flachen Land heraus. Im Nordosten von Trapani liegt hoch oben (ca. 750 ü. NN) auf einem solchen Berg Erice. Erice ist eine antike Stadt, die strategisch gut gelegen war und im 3. vorchristlichen Jahrhundert zwischen Karthago und Rom schwer umkämpft war.

Auf einer von den Römern gebauten Straße wandere ich hoch nach Erice mit teilweise sensationellem Blick auf Trapani. Man kann das Dreieck, das Trapani bildet mit den Hafenanlagen an der Spitze des Dreiecks und die vorgelagerten Inseln, gut erkennen.

Ich hätte auch die Seilbahn wie alle anderen Touristen nutzen können, die sich durch die engen Gassen des mittelalterlich anmutenden Erice schieben. Durchschwitzt wie ich bin, suche ich in der Mitte des Orts erst einmal eine Bar, um zu frühstücken. Nach einem Cappuccino, einem Wasser und zwei Süßteilchen fühle ich mich gleich wieder gestärkt. Bevor ich die Bar verlasse trinke ich noch schnell einen Espresso.

Nach einem Rundgang durch Erice mache ich mich auf der Nordseite des Berges an den Abstieg. Der ist noch mühevoller als der Aufstieg. Steile Wege und sehr viel Geröll bieten wenig Halt. Auch auf dieser Seite von Erice werde ich verwöhnt durch den Blick aufs Meer und die westliche Küstenlinie.

Weder beim Aufstieg noch beim Abstieg treffe ich auf irgendjemanden. Ich scheine der einzig Mensch weit und breit zu sein. Nur auf Esel, die mir ihr kräftiges IA hinter her schreien, treffe ich. Bei diesen Tieren mache ich eine Pause und versuche mir ein Zimmer an einem der Strände, die unter mir liegen, zu buchen. Vergeblich: die beiden B&Bs sind belegt und die Besitzer der Ferienwohnungen/-häuser wollen nicht für eine Nacht vermieten.

Unten angekommen führt mich mein Weg direkt am Meer entlang. Schöne Wege säumen die Küste mit Felsen und einigen Sandstränden.

Als ich an einem Campingplatz vorbei komme, entscheide ich mich heute Nacht zu campen. Mein Zelt steht zwischen Wohnwagen, die wohl noch nie bewegt worden sind. Viele Camper treffe ich nicht – eigentlich nur eine, die ihre Wäsche aufhängt.

Bevor ich mich fürs Abendessen fertig mache, schaue ich mir den Sonnenuntergang auf der Kaimauer sitzend an.

Als ich zu Abendessen möchte, muss ich feststellen, dass auf Grund der Nachsaison weder Bars noch Restaurants geöffnet haben. Die Campingplatz-Betreiberin ruft für mich bei einem Pizza-Delivery-Service an, so muss ich wenigstens nicht hungern. Auf Selbstversorgung bin ich nicht eingestellt, da ich davon ausgegangen bin, dass es in einem Tourismusgebiet in Italien selbstverständlich immer etwas zu essen gibt. Auf die Pizza muss ich eine gute Stunde warten. Ich verschlinge sie, da ich doch hungriger bin als gedacht.

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