Tag 9: 12.05.22

 

Das Ehepaar, das das Hotel, on dem ich übernachtet habe, betreibt, bereitet mir ein tolles Frühstück mit dem hier typischen Toast: mit Schinken und Käse dazu Spiegelei und gebratenem Speck. Frisches Obst mit Griechischem Joghurt bekomme ich auch noch. So gestärkt ist meine Stimmung gut.

Ich bin noch nicht richtig aus dem Strandbad raus treffe ich auf einen älteren Mann, der seine beiden Hunde spazieren führt. Ich grüße höflich. Das führt dazu, dass mich der Mann in ein Gespräch verwickelt und mir erzählt, dass er 40 Jahre in Hamburg gelebt hat und froh ist jetzt wieder zurück in Seiner Heimat zu sein. Ihm war in Deutschland alles zu geordnet und reguliert. Böse ist er auch, dass zu Beginn seiner Zeit in Deutschland, er deutlich schlechter bezahlt wurde als die Deutschen Kollegen. Später hat er sich selbständig gemacht und gibt zu, es war eine gute Zeit. Auf die Griechischen Politiker ist noch verärgerter als über die Deutschen. Was er beklagt, klingt als hätte ein Deutscher gesprochen. Vierzig Jahre hinterlassen halt doch ihre Spuren, auch wenn er das nicht gerne zuzugeben scheint.

 Der Olymp kommt immer näher

 Zwischen Autobahn und Strand: Flüsse

Heute laufe ich zwischen Autobahn und Strand – mal näher an der Autobahn, mal näher am Strand. Außer dem einen oder anderen Bauernhof ist hier nichts. Ich rieche schon von Ferne, ob auch Tiere gehalten werden. Es scheint mir, dass es hier reichlich Augias Ställe gibt, die Herkules ausmisten müsste.

Nach 20 km komme ich wieder an einen breiten Strand, an dem ein toll in die Landschaft eingebundenes Hotel liegt. Der weiblich Teil der Familie ist am Putzen und Streichen. Ich frage, ob ich etwas zu trinken bekommen kann. Es scheint man freut sich einen Gast bedienen und die Streicharbeiten unterbrechen zu können. Ich mache es mir auf der Terrasse gemütlich und trinke neben einer Limo einen Griechischen Kaffee.

 Auf dem Weg nach Litochoro …

 … eine Herde Ziegen – ein Selfie mögen sie nicht …

Danach überquere ich die Autobahn und es geht stetig bergauf zurück in die Berge. Mein Ziel ist Litochoro. Von hier aus geht es in das Olymp Massiv. Eine Hütte, die einzige, die bisher offen hat, liegt auf etwas über 2.000 Meter. Dort habe ich schon mal ein Bett gebucht. Den Weg hoch überlege ich mir wie ich den Olymp angehe:

Variante 1: ich gehe in einem Zug von Litochoro auf die Hütte, ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich das schaffe

Variante 2: ich gehe zu dem Restaurant, das auf 1.100 Meter liegt und der typische Ausgangspunkt ist, da man bis dorthinauf mit dem Auto fahren kann. Dort könnte ich sicher kampieren und dann am nächsten Tag die restlichen 1.000 Meter angehen. Als Konsequenz müsste ich meine Übernachtung auf der Hütte verschieben, was sicher möglich ist

Variante 3: ich fahre mit dem Taxi bis zum Parkplatz/Restaurant auf 1.100 Meter und gehe von dort den restlichen Weg

Variant 2 und 3 gefallen mir nicht, sind aber kräftetechnisch die sichere Lösung. Ich schwanke hin und her. Im Hotel in Litochoro wird mir quasi die Entscheidung abgerungen. Es gibt Frühstück erst ab 08:00 Uhr. Mit Frühstück kann ich erst um 08:30 Uhr starten und dann gibt es nur noch V2/V3. D. h. V1 würde nicht mehr in Frage kommen. Entsprechend entscheide ich mich, auf das Frühstück zu verzichten und um 07:00 Uhr aufzubrechen. Dann sollte ich um 11:00 Uhr am Restaurant sein. D. h. Dort kann ich ein verspätetes Frühstück einnehmen und bekomme dadurch hinreichend Pause für den zweiten Abschnitt. Das bedeutet, damit meine Stimmung am Morgen gut wird, muss ich mir ein paar Kleinigkeiten besorgen, die ich vor dem Start essen kann. So soll es sein.

 … Litochoro in den Berg gegen das gleitende Licht

Im Ort gehe ich in ein Bergsportgeschäft, um mal zu hören, ob der Olymp überquert werden kann. Dabei erfahre ich, dass die Hütte gestern erst aufgemacht hat und die Wirt informiert hat, dass es noch viel Schnee hat – es habe außergewöhnlich viel Schnee im Winter gegeben und das hätte bis heute Auswirkungen. Weiter höre ich, dass die Weg bereits vom Bruchholz, so viel gab es wohl auch noch nie, geräumt sei und man einen Weg durch den Schnee zur Hütte bereitet habe. Nachdem ich erzählt habe, dass ich das Massiv auf dem E4 überqueren möchte, wird mir eine Aufbesserung meines Equipments strengstens nahegelegt. Da ich keine wasserfesten  Schuhe habe bekomme ich Gorotexstrümpfe – so etwas habe ich bisher noch nicht gesehen, wirken eher wie weiche Schuhe als Strümpfe – und Spikes. Die hasse ich schon jetzt, da die bestimmt ein Kilo wiegen. Entweder verstehen die Inhaber des Geschäftes wie man verkauft oder die Überquerung des Olymp wird nicht nur Freude bereiten.

 … der zentrale Platz 

 … im Ort: endlich ein Ort, de sich adrett präsentiert 

Jetzt schaue ich mir das Städtchen noch ein bisschen an, während ich auch meine Einkäufe erledige. Es sieht deutlich adretter aus als die bisherigen Orte durch die ich gekommen bin. Die Lage ist natürlich sensationell~ kaum 5 km vom Meer entfernt und am Fuße eines 3000er auf etwa 300Meter gelegen. Der Blick in welche Richtung auch immer ist sensationell.

 Vom Hotelzimmer-Balkon im Abendlicht ein Blick aufs Meer

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