Tag 18: 21.05.22

Heute hat mich nicht nur den ganzen Tag die Sonne angestrahlt, es war auch sehr warm. Selbst um 09:00 Uhr heute Abend ist es 25 Grad warm.

Die Wanderung teilt sich in zwei Teile: am Anfang war sie geprägte von Feuchtigkeit und Nässe. Ich musste durch den Fluss, der das Tal gebildet hat, an einer Furt durchwaten. Weit und breit gab es keine Brücke. Trotz der Hitze ist das Wasser ziemlich kühl.

Der Grundwasserspiegel scheint sehr hoch zu sein. Jede Vertiefung, sei es eine Unterführung der Autobahn oder ein Weg in einer kaum erkennbaren Senke und schon ist der Weg geflutet. Ständig werden meine Füße nass, weil ich die „Seen“ auf den Wegen nicht umgehen kann. Die Feuchtigkeit und Wärme lässt alles sprießen. Die Wege wachsen zu. Ich komme kaum noch durch. Zu meinem Leidwesen bin ich scheinbar gegen eines der Gräser oder der Getreide allergisch. Meine Augen schwellen schnell zu.

Daher bin ich froh, dass die letzten zwölf Kilometer ich entlang einer Straße laufe. So dass die allergische Reaktion schnell wieder zurück geht.

Nach 34 Kilometer erreiche ich Karditsa. Eine Kleinstadt. Auf der Hauptstraße, an der auch mein Hotel liegt, laufe ich in die Stadt und alles wirkt runter gekommen und hässlich. Meinen ersten Eindruck muss ich am Abend revidieren. Keine 200 Meter von meinem Hotel ist das eigentliche Zentrum mit einer Fußgängerzone, in der das Leben tobt. Heute Abend wird in vielen Bars ein Fußballspiel übertragen, entsprechend ist der Lärmpegel hoch.

Ich esse in DEM Restaurant am Rande der Fußgängerzone zu Abend. Ich bekomme nur einen Katzentisch, da ab 22:00 Uhr das Restaurant ausgebucht ist. Der Chefkoch, so habe ich recherchiert, steht auf Italienische Küche. So esse ich als Hauptgericht Ossobuco Milanese – ehrlich: das kann ich definitiv besser. Aber tatsächlich ist das Essen und der Wein sehr gut und mal etwas anderes als die typischen Griechischen Gerichte, die ich bisher gegessen habe, ohne damit das Essen von gestern zu schmälern. Morgen wird das anders werden. Ich werde in einem Bergdorf übernachten, denn ich muss mal wieder in die Berge, und dort gibt es kein Restaurant. Ich habe mit dem Vermieter gechattet und es ist klar, Morgen gibt es nichts. Ich habe deshalb einige Trockengerichte gekauft, die ich im Apartment regenerieren kann. Verhungern werde ich also nicht, nur tragen muss ich das Zeug. Daher lasse ich es mir heute umso mehr in der lebendigen Stadt Karditsa gut gehen.

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