Tag 17: 20.05.22

Als ich am Bahnhof von Kalambaka vorbei bin, gibt es einen Live-Market. Es stehen mehrere LKW von denen herab Hähnchen, lebend natürlich, und Eier verkauft werden. Das erinnert mich an China und Südostasien nicht aber an Europa. Das finde ich sehr faszinierend.

Landwirtschaft prägt die Ebene, die der Fluss bildet. Hier grünt alles. Selbst die Berge changieren in allen Grünfarben. Aber auch in der Ebene, in der Getreide, Obst und auch Gemüse angebaut wird erscheint in vielen verschiedenen Grüntönen.

Aber nicht nur Ackerbau wird betrieben. Wie das Beispiel in Kalambaka zeigt, gibt es auch Viehzucht. Vor allem komme ich an Schaf- und Hühnerfarmen vorbei. Auf einer Schaffarm werden gerade die Schafe geschoren. Ich darf zuschauen und auch Fotos machen. Die Arbeiter amüsieren sich, dass mich das interessiert.


Schafe werden geschoren


Schafe schauen mir interessiert nach


Auch bei Schafen gibt es wohl eine Hackordnung: wer darf in den Schatten

Die Dörfer unterscheiden sich im Erscheinungsbild nicht sehr von den Dörfern weiter im Norden. Die Häuser sind mal schöner mal eher Buden. Viele sind in einem schlechten Pflegezustand. Die Gärten sind meist schön angelegt. Zu dieser Jahreszeit blühen in den Gärten die unterschiedlichsten Blumen, weshalb sie schön bunt sind und damit attraktiv aussehen.

Das Zentrum der Dörfer bildet meist ein großer Platz vor der Kirche mit Spielgeräten für Kinder und etwas Grün. An einem solchen Platz gibt es meist eine Bar. Dort sitzen vornehmlich ältere Männer und trinken Kaffee oder auch alkoholische Getränke wie Bier oder Wein. Mindestens einer der Männer spricht mehr oder weniger gut Deutsch, da er in Deutschland gearbeitet hat. Somit entsteht immer ein Gespräch und der Deutsch Sprechende ist ganz stolz, dass er sich mit mir unterhalten und den anderen übersetzen kann. Häufig werde ich dann eingeladen. Heute will mir einer am Mittag ein Bier ausgeben. Das lehne ich allerdings strikt ab, was der Einladende, der offensichtlich schon sehr angesäuselt ist, gar nicht verstehen kann. Als ich ihm klar mache, dass ich dann nicht mehr in der Lage bin weiterzulaufen, sagt er, dass seiner Frau die benachbarte Apotheke gehöre und sie mir helfen könne, auch mit einem Bier zu wandern. Das bringt selbst alle anderen zum Lachen.

Heute übernachte ich in einem großen Apartment in Fiki bei Trikala, das wohl jemanden in Deutschland gehört. Ich schließe das daraus, da ich mit der Besitzerin/dem Besitzer auf Deutsch über eine Deutsche Handynummer kommuniziere. Sie sind bestens organisiert. Ich komme über Zahlencodes aufs Grundstück und in die Wohnung. Sie ist überraschend gut Instand gehalten. Alles funktioniert: Wasser, Elektrik, Internetanbindung und alles ist tip top. Sogar eine Waschmaschine gibt es: das bedeutet große Wäsche. Die Sonne scheint, so wird alles auch trocken.

In dem wirklich kleinen Ort – hier können keine 500 Leute wohnen – gibt es ein sensationell gutes und riesiges Restaurant. Scheinbar kommen viele Gäste aus der nahegelegenen Stadt, um hier zu essen. Spezialität sind am großen Spieß gegrillte Fleischstücke von Lamm, Hähnchen, Schwein und Innereien. Ich esse das Hühnchen und dazu gegrilltes Gemüse. Anders als ich es in den vergangenen Tagen erlebt habe, ist frisch zu bereitet, was ich sehr genieße. Es fällt mir schwer, alles aufzuessen, was mir auf den Tisch gestellt wird. Zum Schluss wird mir noch Süßes „aufgezwungen“: eine Art Miniberliner und Eis – natürlich selbst gemacht, wie mir stolz erzählt wird.

Ein rundum schöner Tag: knapp 30 Kilometer bei schönstem Sonnenschein durch herrliche Landschaften, ausgesprochen höfliche, offene und hilfsbereite Menschen, leckeres Essen und eine gute Unterkunft – Bettschwere mit einem halben Liter Rotwein!

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