Es war unglaublich kalt heute Nacht im Zimmer. Ich habe zwei dicke Decken übereinander gelegt, um einigermaßen warm zu bleiben. Meine Sachen sind, da das gesamte Gebäude feucht und nicht beheizt ist, alle klamm. Sie müssen, feucht wie sind, mit. Auch wenn mir das nicht gefällt. Da es nur 7 Grad hat, ziehe ich ein etwas dickeres, langärmeliges T-Shirt an. Um acht bin ich fertig und mache mich auf die Socken.
Um warm zu bleiben, gehe ich deutlich schneller als sonst. In Pietralunga mache ich einen Boxenstop, trinke einen Café und kaufe auf dem Wochenmarkt zwei Äpfel.

Die Kirche kann ich nicht besichtigen. Da sie renoviert wird. Vor ca. vier Wochen ist sie ausgebrannt. Damit habe ich etwas Zeit gewonnen. Ich laufe mit viel Energie durch die herbstliche und verlassen wirkende Gegend.
Um elf haben Wolfgang und ich uns bei der Pieve del Saddi verabredet. Um das zu schaffen, muss ich ordentlich Gas geben. Es gelingt mir zwei Minuten vor ihm am Treffpunkt anzukommen.
Er zeigt mir seine neueste Errungenschaft: Wolfgang hat sich auf dem Wochenmarkt eine neue Hose gekauft. Damit motiviert laufen sich die noch verbliebenen zwanzig Kilometer bis nach Cittá di Castello fast von selbst. Es geht allerdings fast ausschließlich nur noch bergab. Bis kurz vor Cittá di Castello bleibt es sehr ländlich. Hier und da kommen wir an einem Hof vorbei. Das ändert sich erst als wir die Stadt erreichen.
Cittá di Castello empfängt uns mit einem Friedhof, der geteilt ist in einen steril wirkenden neuen und einen sehr nett gestalteten alten Friedhof.

Damit sind wir auch schon an unserem Tagesziel angekommen. Wir haben keine rechte Lust mehr in die Stadt zu gehen, weshalb wir im Hotel essen und Pläne für Morgen machen. Wolfgang hat sich entschieden, weil er Blasen an den Füßen und Schmerzen in dennHüften hat bereits Morgen wieder nach Hause aufzubrechen. Ich selbst werde Umbrien verlassen und in die Toskana vordringen.