Tag  16 – 22.10.26: Gubbio – Borgo San Benedetto (Pietralunga)

Jetzt pilgern wir zu Zweit. Wolfgang wird einige Tage mit mir zusammen auf der Via di Francesco wandern. Nach einem Italienischen Frühstück in einer nahegelegenen Bar, machen wir uns auf den Weg nach Pietralunga.

Vergeblich haben wir gestern Abend versucht in und um Pietralunga herum Zimmer zu buchen. Ein Hotel hat auf unsere schriftliche Anfrage geantwortet, dass sie zwei Zimmer verfügbar hätten, als wir es fest buchen wollten, haben sie sich nicht mehr gemeldet. Nun gut, wir machen uns trotzdem auf den Weg nach Pietralunga und werden sehen, ob wir entweder an einer Herberge vorbeikommen, die noch etwas frei hat, oder ob wir vor Ort etwas auftun können.

Aufgrund der Buchungssituation sind wir davon ausgegangen, dass sehr viele Pilger unterwegs sein werden. Tatsächlich treffen wir eher wenige Pilger gemessen an den Tagen zwischen Assisi und Gubbio.

 


Nachdem wir aus dem vorstädtischen Umfeld von Gubbio heraus sind, führt uns der Weg in eine Hügellandschaft mit geringer landwirtschaftlicher Nutzung und damit durch Waldgebiete. Die Gegend ist unglaublich grün: grün in allen Schattierungen, die man sich vorstellen kann.

Schon kurz hinter Gubbio stoßen wir auf ein Pipelineprojekt. Lange Schneisen ziehen sich durch die Landschaft, in der Rohre verlegt werden. Durch die Baufahrzeuge sind die Straßen stark verschmutzt bzw. die Wege regelrecht zerstört und matschig.

Nach ca. 18 Kilometer kommen wir an einem Kloster vorbei, das nach Google Maps auch Zimmer anbietet. Gestern konnte ich dort niemanden telefonisch erreichen, jetzt werden wir nachfragen. Obwohl wir durch Fenster Flipchartständer erkennen können, finden wir niemanden. Noch beim Suchen kommt ein Kleinwagen mit zwei älteren Personen und fragt uns, was wir hier machen. Als wir nach Zimmern fragen, erklären sie uns, dass das Kloster verlassen ist. Nun, dann ist klar, dass wir niemanden telefonisch erreichen können.

Wir ziehen weiter und an einer Kreuzung etwa 3,5 Kilometer vor Pietralunga macht ein Agriturismo Werbung. Da werden wir fragen. Auf dem Gelände einer Burg gibt es tatsächlich eine Herberge. Sie haben noch ein Zimmer frei, das wir nach einigen Diskussionen, ob wir uns das zumuten wollen, nehmen. Die Gastwirte sind ausgesprochen nett und hilfsbereit. Sie sprechen Englisch und der Sohn sogar etwas Deutsch. Wie wir hier erfahren, haben die Arbeiter, die die Röhren verlegen, in der gesamten Umgebung alle verfügbaren Zimmer gebucht. Die Wirtsleute erzählen uns, dass hier eine Pipeline für Flüssiggas von Nordafrika durch Italien nach Österreich und Deutschland verlegt wird.

Zum Abendessen ist nur noch der Junior da und bereitet uns ein leckeres Dinner zu. Dazu gibt es einen Grechetto. Nach dem Essen unterhalten wir uns mit ihm noch eine Weile und schauen aus der Retorte Gefragt Gejagt.

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