Tag 3 – 06.10.26: Monte della Buffalo – Cori

 

Ich habe den idealen Zeltplatz: Es ist eben und zu einer Seite schützt mich eine Naturmauer und zu einer anderen dichte Büsche. Nichts stört meine Nachtruhe; das stimmt nicht ganz, so gegen fünf Uhr werde ich wach, da Regen auf das Zelt trommelt. Ich schließe die Seitenwände, damit kein Regen ins Zelt getrieben wird. Dann schlafe ich noch bis zum Sonnenaufgang gegen sieben Uhr weiter.

Hier oben habe ich übernachtet 

Aufgrund des anhaltenden Regens muss ich meine Sachen alle im Zelt zusammen packen und im Rucksack verstauen. Am Ende sind nur noch mein Waschbeutel und das Zelt übrig. Schnell baue ich das Zelt ab. Die Zeltplane muss ich später trocknen. Jetzt kommt sie nass in einen Beutel und in den Rucksack. Im Regen putze ich mir die Zähne und mache eine Katzenwäsche. Dann kann es losgehen.

Da der Regen zunimmt und die Wetterprognose für heute keine wirkliche Besserung in Aussicht stellt, buche ich mir ein Zimmer in Cori. Laut Wikipedia war der Ort schon in der Antike bekannt und soll sehr schön sein. Nur 24 Kilometer und ca. 750 Höhenmeter liegen vor mir. Das soll reichen bei der Wetterlage.

Über schmale Pfade laufe ich den Berg bzw. der Hochebene, auf der ich die Nacht verbracht habe hinunter in ein wunderschönes mittelalterliches Dorf: Sermoneta. Dort frühstücke ich. Es gibt ein typisches italienisches Frühstück: ein Brioche mit einem Cappuccino. Ich schaue mir die Kathedrale und das Schloss an, das ein Papst im Ausgang des 15. Jahrhunderts für seine Tochter gebaut hat.


Papst Bendikt IV hat für seine Tochter dieses Schloß erworben

Von Sermoneta geht es auf Meereshöhe runter, nur damit ich kurz darauf wieder auf 500 Meter hoch in ein eher hässliches Dorf mit dem Namen Norma wandern muss. Mittlerweile ist es trocken und das Laufen ist nicht mehr so beschwerlich.


Die Flächen sowohl im Tal als auch auf den Anhöhen sind ausschließlich landwirtschaftlich genutzt: Olivenbäume, Kuhweiden, Pferde- und Eselkoppeln sind vorherrschend.


Nachdem ich auf Meereshöhe war muss ich nun hoch nach Norma auf 650 m üNN

Als ich Cori erreiche, fängt es wieder zu regnen an. Die Besichtigung des Ortes muss warten. Vom Stadttor bis oben zu meiner Unterkunft sind es mehr als 100 Höhenmeter. Der Ort besteht aus steilen Treppen und hohen schmalen Häusern. Obwohl auch hier viele Häuser zum Kauf angeboten werden, herrscht Leben in dem kleinen Städtchen.


Cori: Antike Mauern integriert in Bauwerke der Neuzeit

Zum Abendessen gehe ich in das nächstgelegene Restaurant. Ich bestelle vegetarische Antipasti und Trippa di Romana. Letzteres bestelle ich, da ich den Namen des Gerichts noch nie gehört habe. Ich hätte besser mal gleich mein Übersetzungsprogramm befragen sollen, was ich erst mache als das Essen kommt, da es eher wie eine Pasta aussieht als ein Fleischgericht. Um präziser zu sein, habe ich erst nach dem ich aufgegessen habe, nachgeschaut, da ich zunächst nicht wissen wollte um was es sich handelt. Meine Vermutung bestätigt sich. Es sind Kutteln. Ohne es wirklich zu wissen, haben sie geschmeckt, ansonsten hätte ich das Gericht wohl verschmäht. So werde ich wohl nicht mehr vergessen, dass Trippa Kutteln sind.

So nun muss ich ins Bett. Morgen liegen um die 30 Kilometer vor mir, da es wieder regnen soll, sodass Kampieren eher nicht in Frage kommt. Aber schau’n wir mal.

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