Tag 18: 25.06.19

Martano —> Castro

Heute ist der Weg durch kleine, meist nicht sehr gepflegte, mittelalterlich wirkende Ortschaften gekennzeichnet. Die Dörfer haben einen anderes Stadtbild wie bisher. Auf mich wirken sie wie Mexikanische Städte in einem Italo-Western.

Die Sträßlein sind fast alle asphaltiert; doch muss ich mir manchmal meinen Weg durch Oliven- und Feigenbäume suchen. Auffällig ist, dass im Süden Italiens alle Wege, auf denen ein Auto fahren könnte, asphaltiert sind. Das war vor zwei Jahren in der Toskana und im Lazio ganz anders. Dort sind die Nebenstraßen Staubpisten. Diese haben mir damals sehr zugesetzt, da die Autofahrer rücksichtslos an mir vorbei gerauscht sind und mich in dicke Staubwolken eingehüllt haben. Die Vermutung liegt nahe, dass der Struktur schwache Süden strak subventioniert wird und nicht unbedingt immer das Geld in die besten Projekte investiert wird.

Während meines Frühstücks buche ich endlich auch für Donnerstag einen Mietwagen in Lecce. Noch immer weiß ich nicht wie ich dort hin komme. Laut Google Maps gibt es eine Busverbindung. Google schreibt allerdings auch: „we don’t have the most recent timetables for this area“. Was auch immer das bedeutet. Ich kann sonst im Internet keine Verbindung nach Lecce finden. Ein Ticket kann ich also auch nicht erwerben. Also buche ich vorsichtshalber in Leuca ein „richtiges“ Hotel, das auf deren Homepage hinweist, dass sie Airport Shuttle Services anbieten. Ich hoffe, dass mir das Hotel entweder bei der Buchung eines Bustickets oder bei der Organisation eines Shuttle Services, zwar nicht zu einem Flughafen, behilflich sein kann. 

In der ländlichen Gegend sind scheinbar Einkaufsmärkte a la Kaufland ein Publikumsmagnet. Zu meiner Überraschung nimmt nämlich der Verkehr stark zu und ich kann mir das aufgrund der Straße nicht erklären – bis ich zu einem Einkaufszentrum komme. Sternförmig fahren für die Gegend ungewöhnlich viele Autos in Richtung des Einkaufszentrums. Ich muss beim Wandern höllisch aufpassen, dass ich nicht von Autos erfasst werde. Es wird schnell gefahren und überall, unabhängig, ob der Verkehr oder die Sicht es zu lassen, überholt. Da ich auf den schmalen Straßen damit ein Hindernis für die kaufwilligen Fahrer(innen) bin, werde ich permanent angehupt. 

Da mir das zu bunt wird, weiche ich wieder durch Olivenhaine aus. Das kostet mich zwar am Ende. Fast zwei Kilometer, macht das Pilgern aber deutlich angenehmer. Wie ich so zwischen den Olivenbäumen durch gehe, fällt mir erst jetzt auf, dass ich ich abends zum Essen erstaunlich wenige Oliven erhalte. Man müsste erwarten, dass es zu allem, passend oder nicht, Oliven gibt. Das ist aber nicht der Fall. Im besten Fall gibt es mal die eine oder andere als Deko. Auch das Olivenöl, das zum Salat gereicht wird, ist meistens ein Industrieprodukt. 

Castro ist ein schöner Ort, der etwas erhaben über dem Meer liegt, sehr touristisch aber eben deshalb auch sehr nett. Am Abend, als ich zum Essen gehe, wunderschön von der untergehenden Sonne angestrahlt mit einem ausnehmend fantastischen Blick auf die Adria.

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