Tag 12: 19.09.19

Bari —> San Vito

So nun weiß ich, dass ich Santa Maria di Leuca aus Zeitgründen erreichen werde. Wenn ich so weiter laufe bin ich am Samstag in Brindisi und von dort habe ich noch gut 120 Kilometer. Also alles machbar. Mein Körper kommt nun mit der Hitze und der Sonne zu recht. Die Blasen an meinen Füßen heilen ab. Sie sehen zwar nicht wirklich gut aus und brauchen nach wie vor schützende Blasenpflaster aber ich bekomme keinen neuen Blasen mehr.

Heute habe ich 35 Kilometer entlang der Küste der Adria zurück gelegt. Mal auf Promenaden, mal entlang der Autobahn, mal auf Dorfstraßen. An jeder Ecke gibt es Fischgeschäfte und fischverarbeitende Betrieb, die wohl kaum den EU-Standards entsprechen. Oft sehe ich Angler, die einen Pulpo gefangen haben und diesen auf den Steinen, die das Meer säumen, weich klopfen.

Mal ist es der Weg schön und mit Oleanderbüschen gesäumt, mal häßlich. Am Nachmittag erreiche ich einen kleinen Ort, San Vito, wo ich ein Zimmer in einem Hotel, das direkt am Meer gelegen ist, dem Strand von San Giovanni. An der Bar oberhalb des Meeres lösche ich zunächst meinen Durst, um anschließend im Meer baden zu gehen.

Aufgrund der Hitze und der permanenten Sonneneinstrahlung ohne jeden Schatten wird die Denkleistung deutlich gesenkt. Ich konzentriere mich aufs Laufen, das Hirn schaltet ab. Versuche ich etwas zu durchdenken, lenkt mein Gehirn sofort von der Aufgabe ab und versetzt sich selbst in reinen Überlebensmodus. Der Nachteil: ich bringe kaum einen vernünftigen Gedanken zusammen; der Vorteil: die Zeit geht schnell um, da das Gehirn auch das Zeitgefühl abschaltet.

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