Tag 1: 08.06.19

 

Santa Maria Capua Veteri —> Forchia

Um 05:00 Uhr klingelt der Wecker. Widerwillig stehe ich auf und mache mich fertig. Im Taxi checke ich noch schnell ein, um mich nicht auch noch um eine Boardkarte kümmern zu müssen. Meinen Rucksack, der weniger als 9 kg wiegt, gebe ich beim Sperrgepäckschalter auf. So nun kann es los gehen: ich fliege nach Neapel und werde die nächsten drei Wochen auf der Via Appia und der Via Traiana wandern. 

Am Flughafen in Neapel nehme ich mir ein Taxi nach Santa Maria Capua Veteri ca. 30 km nordöstlich von Neapel. Dort angekommen muss ich mich mit dem Taxifahrer herumärgern: er möchte den doppelten Fahrpreis und argumentiert mit der Rückfahrt, für die er hier keinen Fahrgast finden wird – nach 5 Minuten lautstarker Diskussion und meiner Drohung die Carabineri zu rufen, gibt er nach und wir einigen uns auf den Preis gem. Taxameter plus üppigem Trinkgeld. 

 

In der nächstgelegenen Bar ziehe ich mich um und um 11:00 Uhr – schön in der Mittagshitze geht es am Hadrianstor los. Keine fünf Minuten später komme ich am Gladitoren-Stadion, dem zweitgrößten Italiens nach dem Koloseum in Rom, vorbei. Sowohl das Hadrianstor als auch das Stadion sind von der Stadt so „vereinnahmt“, dass man diese antiken Bauwerke gar nicht hinreichend in ihrer Pracht wahrnimmt.

Und was kommt schon nach nicht einmal zwei Kilometern: ein Lidl Markt – aber ohne Spontaneis aus unserer Produktion.

Die nächsten ca. 20 km geht es vornehmlich durch hässliche Vororte von Neapel, das hatte ich aufgrund der Bedeutung der Orte wie Capua und Caserta in der Antike bis ins späte Mittelalter nicht erwartet. In Caserta steht ein beeindruckendes Schloss der Bourbonen. Trotzdem bleibt der Eindruck: es gibt schönere Gegenden zu wandern.

Erst ab Maddaloni ändert sich das Umfeld und deshalb hänge ich nochmal gut 10 km dran. Es geht weiterhin durch die pralle Sonne, nun auch noch bergauf in den Apennin. Völlig ausgelaugt suche ich mir eine Übernachtungsgelegenheit in Forchia, einem kleinen hübschen Örtchen. In dem Bed & Breakfast stelle ich fest, ich hätte es besser mal langsamer angehen lassen sollen: die erste Blase, Muskelkater in den Oberschenkeln und zu allem Überfluss krampft während des Duschens meiner linker Oberschenkel: Voltaren und Blasenpflaster kommen schon am ersten Tag zum Einsatz.

Ich wusste zwar es ist schön warm im Süden Italiens. Dass es so heiß ist und, aufgrund des niedrigen Bewuchses, es sehr selten Schatten gibt, war mir nicht so richtig klar. Kein Wunder dass man in Südeuropa Sol, den Sonnengott, angebetet hat. Ich glaub‘ ich muss mit dem Burschen mal ein Wörtchen reden, sonst schaffe ich nie und nimmer im Schnitt 32 km pro Tag.

Schinken mit gesalzenem Büffelmozzarella auf Rucola und danach eine Pizza Margherita bringen mich wieder auf Touren. Der nächste Tag kann kommen.

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